Früher oder später wird jeder Link Builder mit einer einfachen Frage konfrontiert: “Wie lange dauert es, bis neue Links mein Ranking verbessern?” Wie zu den meisten Fragen, die Links und Suchmaschinen Ranking betreffen, ist die Wahrheit zugleich auch die einfachste Antwort: “Das hängt davon ab”. Aber wovon? Dazu müssen wir etwas tiefer in die Materie eintauchen.
Link Impulse
Wird ein Link auf Twitter, G+ oder Facebook veröffentlicht, erscheint er nahezu umgehend in den Bereichen der Followers, Freunde, Zirkel und anderen Umgebungen. Social Shared Links können innerhalb kürzester Zeit relativ viel Traffic produzieren. Nachdem der Link veröffentlicht ist, besteht immer eine große Chance, dass er auch von einigen Personen angeklickt wird. Dies kann sofort, später oder aber auch gar nicht passieren.
Aber diese Social Shared Links haben nicht denselben ‘umgehenden’ Einfluss auf organische Suchergebnisse. Man kann nicht zwingend erwarten, dass man heute einen Link weitergibt und anschließend dadurch sofort seine Suchergebnisse verbessert. Nicht einmal etwas später oder dass dies überhaupt Auswirkungen auf das Ranking hat. Wäre dies der Fall, dann würde sofort eine Flut von Social Link Spam hereinbrechen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Social Shared Links völlig nutzlos für das Verbessern von organischen Suchergebnissen sind. Es sind einfach zu viele Variablen in den Algorithmen im Spiel, um hierzu eine genaue Aussage machen zu können.
Betreute Links
Vergleichen wir nun den Prozess der Social Shared Links mit dem Prozess, der stattfindet, wenn eine Website zu einer anderen verlinkt. zunächst ist es genauso ein neuer Link wie ein Tweet oder Share. Leser sehen ihn und klicken hoffentlich darauf. Aber keine Suchmaschine weiß bis jetzt, dass er existiert. Trotzdem glauben viele Nutzer, dass Google sofort den neuen Link erkennt und dies zu einer sofortigen Veränderung im Ranking führen müsste. Die Realität sieht jedoch wesentlich komplexer aus.
Eine Suchmaschine hat keine Kenntnis von einem Link bis einer seiner Crawler die Seite besucht und dies feststellt. Und diese Crawler schauen halt oft nicht so schnell vorbei, wie sich dies der Seitenbetreiber wünschen würde. Ein gutes Beispiel wäre eine Seite, die nicht so oft aktualisiert wird, aber trotzdem einen gewissen Grad an Glaubwürdigkeit besitzt, sei es nun durch das interne Linkprofil oder durch Shares.
Dort könnte sich ein Artikelfossil befinden, das mitunter zehn Jahre auf dem Buckel hat. Das einzige Update, das dieser Artikel in den zehn Jahren erfahren hat, könnten z. B. ein paar Social Widgets sein. Google’s Cache zu dieser Seite könnte dann in etwa so aussehen: Es sind mindestens 18 Tage vergangen, seit der Crawler vorbeigeschaut hat, und es könnte noch Wochen dauern, bevor dies wieder passiert.
Aus der Link Perspektive bedeutet dies für einen in diesem Zeitraum neu gesetzten Link, dass dieser keinerlei organisches Ranking erhält, solange er nicht von den wiederkehrenden Crawlern gefunden wird. Und selbst dann gibt es keine Gewissheit über den Wert dieses Links. Es versteht sich von selbst, dass Google diesem Wert zu einem Link auf älteren Seiten ganz verschiedene Wichtungen gibt.
Klassische Beispiele hierfür sind Seiten einer Fakultät, die Inhalte zu den angebotenen Kursen enthalten. Dort kann es als Ergänzung zu einem Online Lehrplan durchaus eine betreute Liste geben, in der Links und Ressourcen angegeben werden, die als Erweiterung zum Lehrmaterial dienen. Davon gibt es Tausende an Seiten. Leider erfahren diese Seiten aber nur sehr unregelmäßige Updates. Und deshalb besuchen die Crawler diese auch nicht so regelmäßig wie Seiten, die nahezu im Stundentakt neuen Inhalt bekommen. Crawler lernen mit der Zeit, in welchen Abständen eine Seite aktualisiert wird. Oder einfacher ausgedrückt, es gibt keinen Grund, eine Seite täglich zu crawlen, wenn die Historie dieser Seite gezeigt hat, dass dort nur einmal im Monat etwas passiert.
Und selbst wenn Suchmaschinen Crawler haben, die Seiten 24 Stunden am Tag abklopfen, besuchen diese nicht jede Seite des Web an jedem Tag. Dies funktioniert nach einem ausgeklügelten Stundenplan, der von vielen Faktoren abhängt. Wie eingangs erwähnt.
Man kann dies mit dem Verhalten vergleichen, welches wir alle in Zusammenhang mit der Auslieferung der Briefpost entwickelt haben. So checken wir z. B. an Sonn- und Feiertagen nicht den Briefkasten, weil unser interner Crawler sehr schnell gelernt hat, dass an diesen Tagen der Briefträger Pause hat.
Und trotzdem bedeutet dies nicht, dass ein Link auf einer Seite, den gerade ein Crawler identifiziert hat, auch umgehend reflekt wird, weil Google nicht sofort seinen Algorithmus in Echtzeit anpasst. Google kalkuliert eine gecrawlte Seite mehrfach. Es kann nur ein paar Tage, aber auch einige Monate dauern, bis Suchergebnisse beeinflusst werden.


